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Bellybootangeln auf Ostseedorsche – Josefs erster Blogbeitrag


 

Hi liebe Angelfreunde,

 

mein Name ist Josef aka Bro-sef und ich bin jetzt coolerweise schon seit knapp 3 Monaten im Team von hechtundbarsch.de. Ich bin 15 Jahre alt und begeisterter Angler! Meine Eltern haben ein Haus in Ahrenshoop an der Ostsee, wo wir jede Ferien und fast jedes Wochenende verbringen, weshalb ich es auch besonders mag, im Salzwasser den Dorschen und Meerforellen auf die Schuppen zu rücken. Ich angle schon seit ich denken kann und habe Riesenspaß daran. Das ist mein erster Blogbeitrag, also seid mir bitte nicht böse, wenn das alles noch ein wenig chaotisch ist. In diesem Blogbeitrag möchte ich euch das Bellybootangeln im Allgemeinen und das Bellybootangeln im Speziellen auf der Ostsee auf Dorsch etwas näherbringen.

 

Ein Bellyboot ist ein aufblasbarer Schwimmring in Form eines Mini-Schlauchbootes, bei dem die Beine im Wasser sind und man sich mit Flossen an den Füßen fortbewegt. In der Regel trägt man dabei eine Wathose und Flossen, die man an die Stiefel der Wathose schnallen kann. Ich werde euch verschiedene Bellyboottypen vorstellen und die notwendige Zusatzausrüstung für’s Wasser zeigen. Was ihr beim Kauf eines Bellyboots beachten müsst, erzähle ich euch ebenfalls später.

 

Aber was macht diese Bellyboote überhaupt so attraktiv für uns Angler?

 

Rute

Vergleichbar ist ein Bellyboot in gewisserweise mit einem Ruderboot, da man in beiden Fällen Muskelkraft verwendet, um an Spots zu kommen, die vom Ufer aus schwer oder gar nicht zu erreichen sind. Ein richtiges Angelboot hat natürlich den Vorteil, dass man Freunde mitnehmen kann und auf dem Boot aufstehen, seine Haltung ändern und sich strecken kann, was bei dem einen Sitz eines Bellyboots leider nicht möglich ist. Wenn man dafür aber beachtet, dass das Bellyboot sehr schnell ins Wasser zu bringen ist, einen extrem komfortablen Sitz hat, nicht mehr als 10kg wiegt und in jedes Auto passt, sollte man sich Gedanken machen, was denn nun sinnvoller ist. Bezüglich des Transport stechen Bellyboote nämlich selbst herkömmliche Schlauchboote aus. Der größte Vorteil liegt jedoch darin, dass man sehr wendig und flexibel ist, und man sehr viel weniger Lärm macht, als wenn man mit einem Ruder- oder sogar Motorboot unterwegs ist.

Das Bellyboot (englisch bellyboat, für belly=Bauch und boat=Boot ) enstand in den frühen 20iger Jahren, als amerikanische Angler Autoreifen benutzten, um näher an den Fisch zu kommen. Als im Laufe der Zeit die Vorteile eines solchen Schwimmringes entdeckt wurden, kam 1947 das erste Bellyboot auf den Markt, welches mit einem heutigen nicht vergleichbar ist. Ich selbst benutze für das Bellybootangeln auf der Ostsee das Fishcat 4 von der Marke Outcast, es ist mit 6,4 kg sehr leicht und das war für meine Auswahl entscheidend, da ich ein ganzes Stück von unserem Haus bis zum Strand zurücklegen muss. Bei einem Kauf von einem Bellyboot sollte man auch besonders darauf achten, dass dieses voneinander getrennte Luftkammern und/oder ein sehr robustes Material wie Venyl besitzt. Das Fishcat 4 hat außerdem einen schwarzen PVC Boden, was besonders beim Raubfischangeln wichtig ist, damit das Bellyboot für die Fische im Wasser, die nur den Untergrund des Bellyboots sehen, so gut wie unsichtbar ist. Zwei große Taschen und eine Mulde zum Verstauen de Ankers hinter der Rückenlehne sind auf dem kleinen Schlauchboot vorhanden. Kommen wir nun zu den wichtigsten Sachen, die man als Bellybootangler auf der Ostsee dringend immer dabeihaben sollte:

 

  1. Schnellverhärtender Sekundenkleber, falls der Haken doch mal durch das Material kommt
  2. Eine Rettungsweste
  3. Ein Watgürtel, der das Eindringen von Wasser in die Wathose verhindert
  4. Ein Anker oder Driftsack (nur auf der Ostsee oder anderen strömungsreichen Gewässern nötig)
  5. Magnesiumtabletten und Wasser (für den Fall, dass man einen Krampf bekommt)
  6. Handy
  7. Ein Kompass

 

Wenn man das erste Mal auf der Ostsee ist und den Spot und seine Strömungen nicht kennt, fragt man am besten einen Ortskundigen. Man sollte die Strömungen auf dem Meer keinesfalls unterschätzen und vor allem nur bei geringen Windstärken rausfahren. Ansonsten kann das Unterfangen lebensgefährlich werden! Wenn man alleine mit dem Bellyboot angeln fährt, sollte man zudem immer mit jemandem eine feste Zeit verabreden, damit man im Notfall jemanden hat, der die Feuerwehr rufen kann, da man oft keinen Empfang auf dem Wasser hat und ein plötzlicher Nebel oder eine starke Strömung eintreten kann.

 

dorschKommen wir nun zu meinen Kaufempfehlungen: Für Angler, die ein Auto zur Verfügung haben und nicht auf Gewichtseinsparungen angewiesen sind, empfehle ich das Guideline Drifter Bellyboat für 350€. Es wiegt 8 kg, was im Durchschnitt liegt und ist meiner Meinung nach etwas komfortabler als das Fishcat. Während mein Fishcat verfügt über zwei stabile Luftkammern aus Venyl verfügt, hat das Guideline Drifter 4 Luftkammern (plus Sitz und Lehne) zu bieten.  Durch den aufblasbaren Sitz über der Wasseroberfläche ist es sehr bequem. Hier verfügt das Fishcat „nur“ über einen Styroporsitz. Das Guideline Drifter besitzt zudem auch noch zwei Stabilitätsstangen vor und hinter dem Sitz. Der Vorteil bei diesem Belly ist auch noch, dass man einen Anker und 2 Tragegurte dazu bekommt. Es ist genau wie das Fishcat von Outcast V- förmig, wodurch man schneller fahren kann, als mit einem U-förmigen Belly.

 

Auf dem Bellyboot auf der Ostsee fische ich fast immer dieselben Köder. Zum Einen fische Ich den knallorangenen Gummifisch „Möhrchen“ der Marke Lieblingsköder, der sich auch für mich als ein wahrer Dorschmagnet entpuppt hat. Mit einem Jigkopf der Größe 3/0 oder 4/0 ist ein Stinger bei den 10cm und 12,5 cm langen GuFis überflüssig. Zeitweise fische ich außerdem Pilker und Blinker der Marke Hansen, einen Dorsch kann man aber natürlich auch mit einem einfachen japanroten Wurmimitat überlisten.
 
Ich verwende derzeit eine einfache Shimano Vengeance mit einer Länge von 2,10m. Einmal hatte ich das Vergnügen, mir übers Wochenende die #LMAB Custom Rod von Toni auszuleihen und ich war extrem begesitert. Durch ihr Wurfgewicht von 5- 35g eignet sie sich perfekt für die Bellybootangelei auf Dorsch. Mit nur 1,98m hat sie genau die richtige Größe, denn für’s Bellybootangeln sind kurze Ruten von Vorteil. Meine Rolle ist eine Sienna 2500FD von Shimano mit einer .15er geflochtenen Schnur.

 
Wenn ich auf Dorsch unterwegs bin, angle ich in Wassertiefen von 8-15m. Um diese Tiefen zu erreichen bewege ich mich vor der Küste bei Ahrenshoop immer mindestens 80 und maximal 180 Meter vom Ufer entfernt. Die Fische stehen natürlich nicht immer gleich tief, finden tut man sie am besten durch langsame Driften, für die sich ein Driftsack sehr gut eignet. Bei wenig Wind und Strömung sollte man aber besser auf ihn verzichten, denn je weniger man dabei hat, desto besser!
 

Ich hoffe ihr konntet etwas Sinnvolles aus meinem Beitrag entnehmen! Ansonsten würde ich mich total über Feedback freuen, damit ich weiß, was ich beim nächsten Mal besser machen kann!

 
 

Ich wünsche euch allen einen guten Rutsch in ein fischreiches Jahr 2016!

 

Bis dann, Josef!

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