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(B)Rassen spielen keine Rolle! Eine Initiative für Toleranz und gegen Fremdenfeindlichkeit in der Angelszene


 

Liebe Angelfreunde,
 
falls ihr euch bei dieser Überschrift die Frage stellt, ob wir plötzlich politisch werden wollen, NEIN! Wir können euch beruhigen. Das ist nicht unser Ziel. Eigentlich wollen wir nur angeln, Spaß haben und davon berichten. Dennoch müssen wir dringend etwas loswerden.
 
Flüchtlinge – In den letzten Monaten gab es kein Thema, das präsenter war als dieses. Die Politik, die Medien, das Volk. Alle sind involviert, jeder hat etwas zu sagen, die meisten wissen es besser als andere, kaum jemand hat gar keine Meinung. Den einen reicht die aktuelle Hilfe für Flüchtlinge nicht aus, andere wiederum sind der Meinung, man müsse sich mit anderen Problemen auseinandersetzen.
 
Die Flüchtlingssituation, die sich in den letzten Monaten entwickelt hat, ist vielschichtig und bei Weitem zu komplex, um ein Patentrezept dafür zu haben. Daher sind offene Dialoge wichtig. Und es ist selbstverständlich, dass dabei verschiedene Meinungen aufeinandertreffen. Nicht nur das, es ist für eine Demokratie sogar von elementarer Bedeutung. Deshalb wollen wir auch niemandem unsere Meinung zur Flüchtlingsdebatte aufdrängen oder es uns anmaßen, zu wissen, was richtig und was falsch sei. Bei allen Diskussionen um dieses Thema ist es uns jedoch aufgefallen, dass regelmäßig eine Grenze überschritten wird.
 
Beim Lesen von Kommentare wie „Hauptsache den Schwarzköpfen wird geholfen“ oder „Einfach abschieben das Pack“, kommt unsereins das Frühstück wieder hoch. Dann wird eine politische Diskussionsebene verlassen und eindimensionale Fremdenfeindlichkeit verbreitet. Solche Äußerungen zu verurteilen, hat dann auch nichts mehr mit Politik, sondern schlichtweg mit Menschlichkeit zu tun. Wenn man als Angler in Deutschland über Facebook mit hunderten anderen Anglern befreundet ist, kommt es in besorgniserregender Regelmäßigkeit vor, dass man in seinem Newsfeed rassistische Parolen lesen muss. Natürlich kann man regelmäßig seine Freundeslisten bereinigen, Leute blockieren und das Problem für sich ausblenden. Ändern tut sich dadurch jedoch nichts. Wir haben es eine Weile über uns ergehen lassen, jetzt möchten wir ein Zeichen setzen. Im Allgemeinen als Menschen. Im Konkreten als Raubfischangler, die Rassismus nicht tolerieren wollen.
 
Heinz Simon ist Kölner. Ursprünglich. Ende der dreißiger Jahre, einige Jahre nach der Machtergreifung der NSDAP, musste er als Neunjähriger mit seiner Familie das Land verlassen, weil sie andersgläubig waren als andere Deutsche. Nach der Flucht wuchs Heinz in Afrika auf und gründete dort eine Familie. Ca. 60 Jahre später kehrte sein Enkel Daniel Andriani aus beruflichen Gründen nach Deutschland zurück. Und es gefiel ihm gut hier. Die meisten Menschen waren freundlich. Nicht immer herzlich, aber meist verbindlich und häufig hilfsbereit. Es war schwer vorzustellen, dass sein Großvater aus diesem fortschrittlichen, gebildeten und weitestgehend toleranten Land nur wenige Jahrzehnte zuvor vertrieben worden war.
 
Die Vergangenheit darf uns nicht einholen. Wir haben viel erreicht, das wir uns nicht kaputtmachen lassen sollten. Lasst uns über alles offen sprechen. Auch über Einwanderung und auf welche Weisen man mit Flüchtlingsströmen umgehen kann. Nur lasst uns dabei nie vergessen, dass Rassismus, Fremdenfeindlichkeit, blinde Intoleranz gegenüber anderen Religionen, Haut- oder Haarfarben nie der richtige Weg ist.
 
Frei nach dem Motto: Menschen sind Ausländer. Irgendwo. Rassisten sind Arschlöcher. Überall.
 
Da uns in erster Linie Raubfischangler folgen und unser Statement auf Rassismus innerhalb der Angelszene aufmerksam machen soll, haben wir uns unser eigenes Motto überlegt: (B)RASSEN SPIELEN KEINE ROLLE!
 
Uns ist bewusst, dass die Benutzung des Wortes Rassen im Hinblick auf Menschen zumindest im Deutschen Sprachgebrauch grenzwertig ist. Wir haben uns jedoch bewusst dafür entschieden, es provokativ zu nutzen, um noch gezielter auf das Problem hinzuweisen.
 
Wir freuen uns sehr, dass wir bereits zum Start der Initiative auf die Unterstützung einiger prominenter Angler zählen können:
 
Ex-Fußballnationalspieler Patrick Owomoyela, die YouTube- und Facebook-Stars Christopher Mietzner alias OderSpreeAngler, Jose Luis Mendez Acosta alias Big L, Sarah Perch, die Bundesligaspieler von Hertha BSC Marvin Plattenhardt und Alexander Baumjohann sowie Synchronsprecherlegende Charles Rettinghaus.
 
Klasse, dass ihr die Aktion unterstützt!
 
antircism collage
 
Ab sofort verkaufen wir die zwei T-Shirts „(B)Rassen spielen keine Rolle!“ und „Multikulturelle Regenbogenforelle“ über unseren Online-Shop. Den Gewinn aus den T-Shirt-Verkäufen spenden wir in vollem Umfang der Amadeu Antonio Stiftung. Infos zur Stiftung findet ihr unter www.amadeu-antonio-stiftung.de
 
Wer kein T-Shirt kaufen aber trotzdem etwas gegen Rassismus spenden möchte, kann mit dem Verwendungszweck „BSKR“ direkt auf das Konto der Stiftung überweisen:
 
Amadeu Antonio Stiftung
GLS Bank Bochum
BLZ 430 609 67
Konto 6005 0000 00
IBAN: DE32 4306 0967 6005 0000 00
BIC: GENODEM1GLS
 
Wer mit einem T-Shirt „Flagge“ zeigen möchte, bekommt eins unter diesem LINK: https://www.hechtundbarsch.de/shop/shirts.html
 
Wir Deutschen sind ein multikulturelles Volk. Auch in der Angelszene. Wenn ihr der Meinung seid, dass Fremdenfeindlichkeit auch in unserer Angelgemeinschaft nichts verloren hat, wäre es toll, wenn ihr auf diese Aktion aufmerksam machen würdet.
 
Bis dahin wünschen wir euch allen ein fremdenfreundliches Angeln und natürlich ratternde Rollen!
 
Euer Team von hechtundbarsch.de

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