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Materialpflege während der Schonzeit/ Winterzeit


 

Es ist Winter. Die Seen sind zum Teil eingefroren, die Fische stehen häufig am Grund und sind für wenig zu motivieren, da sie ihre Kraft sparen. Also stellt sich schnell die Frage nach einer sinnvollen Beschäftigung, um die fischlose Zeit zu überbrücken. Ach stimmt ja, im Laufe des Jahres hat man sich das eine oder andere Mal vorgenommen, seine Ausrüstung auf Vordermann zu bringen, doch bloß wie? Das möchte ich euch heute in diesem Blogbeitrag näherbringen, genauer gesagt wie ich meine Rute, Rolle und mein restliches Tackle pflege.

1. Rolle

 

Pflegeutensilien:
– Waschbenzin
– Seifenwasser
– Lappen
– Zahnbürste

Damit die Rolle und die dazu gehörigen Scharniere und Gelenke weiterhin schön flüssig laufen, nehmen wir uns zuerst das Waschbenzin und tröpfeln ein wenig davon überall hin, wo es bewegbare Gelenke gibt. Also einmal das Steigbügel- Scharnier, dann den Rollenkurbel Ansatz und den Rollenhalter. Nach diesem Schritt nehmen wir uns den Lappen und wischen das Öl leicht wieder weg. Damit die Rollen auch von außen schön glänzen, nehmen wir uns einen zweiten Lappen und versehen diesen dann mit dem Seifenwasser. Wichtig ist, dass der Lappen nicht zu nass ist. Die Rolle wird nun einfach poliert. Dann nehmen wir uns ein Handtuch und trocknen die vom Seifenwasser feucht gewordene Rolle ab.

Jede Rolle besitzt heutzutage auch eine Rollenbremse d.h., dass die Bremse den Schnurlauf der Rolle reguliert. Dabei entsteht natürlich eine Spannung, ein Druck und ein Widerstand. Die kalten von Eis und Schonzeit geprägten Wintermonate lassen sich gut dazu nutzen, der Rolle mit ihrer Bremse einen „Erholungsurlaub“ zu gönnen. Also drehen wir die Bremse so weit wie möglich auf, damit sie auch im nächsten Jahr noch voll funktionstüchtig ist.

Die Rolle ist nun frisch poliert und die Bremse ist offen

Die Rolle ist nun frisch poliert und die Bremse ist offen

2. Ruten-Blank und Korkgriff

 

Pflegeutensilien:
– Schleifpapier
– Seifenwasser
– Waschöl
– Lappen
– Kork- kit

Damit der Korkgriff wieder wie neu aussieht, nehmen wir uns das Schleifpapier und schleifen damit leicht die oberste Korkschicht ab, so sieht der Griff wieder wie neu aus! Falls jetzt aber doch noch große Löcher oder Schäden am Griff sind, nehmen wir uns einfach das Korkkitt welches man in jedem Baumarkt findet und spachtelt damit die kaputte Stelle zu. (falls man gerade kein Korkkitt zur Hand hat, kann man auch einfach den Korken einer Weinflasche nehmen und diesen in kleine Teile raspeln. Danach einfach die Kork- Raspeln mit Holzleim vermischen und auf die kaputte Stelle auftragen. (Siehe Abbildung)) Danach den Korkkitt einfach aushärten lassen und mit dem Schleifpapier die Reste wegmachen. Dann nehmen wir uns etwas Autopolitur oder Seifenwasser und säubern damit den Blank und siehe da, die einst verschmutzte und kaputte Rute sieht aus wie neu!

Korken kleinraspeln, mit Holzleim vermengen und die Löcher im Korkgriff auffüllen

Korken kleinraspeln, mit Holzleim vermengen und die Löcher im Korkgriff auffüllen

 

3. Ringeinlagen

 

Pflegeutensilien:
-Watte
-Nagelfeile/Sandpapier
-Lack

Selbst die härtesten Ringeinlagen können mit der Zeit Schäden aufweisen, die die Schnur auf Dauer aufrauen und beschädigen. Meistens sind diese kleinen Kerben kaum sichtbar, weshalb wir den Wattetrick verwenden. Wie dieser funktioniert, erkläre ich euch jetzt. Nehmt ein Stück Watte und formt es zu einem weichen Strang. Dieser Strang muss genau den Durchmesser haben, dass er sich durch den Rutenring ziehen lässt und den Rutenring überall berührt. Jetzt zieht ihr die Watte ein wenig hin und her. Sollte die Einlage des Ringes Schäden haben, merkt ihr das daran, dass an den beschädigten Stellen die Watte etwas hängen bleibt. Da ihr nun wisst wo sich die kaputten Stellen der Einlage befinden, nehmt ihr eine Nagelfeile oder Sandpapier und schleift die Stelle vorsichtig aus. Damit die geschliffene Stelle wieder geschützt ist, lackiert ihr diese im Nachhinein noch.

Watte ist ein gutes Hilfsmittel, um kleinere Unebenheiten und Risse zu lokalisieren

Watte ist ein gutes Hilfsmittel, um kleinere Unebenheiten und Risse zu lokalisieren

Da jetzt unsere Ruten, Rollen und unsere Ringe wieder voll funktionstüchtig sind, wenden wir uns nun dem Tackle zu.

 

4. Schnur

 

Vor allem monofile aber auch geflochtene Schnur verlieren an Tragkraft und Qualität, je länger diese der Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind. Damit die Schnur nicht spröde wird, schützt man sie im besten Fall von jeglichem Sonnelicht.
Man kann zum Beispiel einen Beutel zur Hand nehmen, die Schnüre in ihm verstauen und diesen dann im Keller lagern, da dort die Luft nicht all zu trocken ist und die Schnüre vor Sonneneinstrahlung geschützt sind.

 

5. Rostiges Eisen

Wer kennt es nicht, man schaut sich seine Blinker oder Spinner an und die Haken bzw. die Spinnerblätter sind total verrostet. Deswegen wechsle Ich auch spätestens am Ende des Jahres immer die rostigen Haken und tausche diese gegen scharfe, neue Haken aus. Da Rost übertragbar ist, kategorisiere ich meine rostigen und rostfreien Blinker und Spinner. Also die rostigen Spinner und Blinker in ein Fach und die rostfreien in ein anderes Fach, dabei muss man sich die Spinner wirklich ganz genau angucken, da die kleinste Stelle Rost alle anderen Blinker und Spinner „infizieren“ kann.

 

So liebe Petrijünger, ich hoffe ich konnte mit diesem Artikel einige von euch motivieren die kalten Tage zur Rutenpflege zu nutzen.

Das gute an den oben erklärten Tipps ist ganz klar, dass man sehr wenig Geld für besondere Materialien o.Ä. ausgeben muss.

Das meiste sollte eigentlich jeder von euch bereits zuhause haben oder es kostengünstig im Baumarkt um die Ecke besorgen und somit gleich loslegen können.

Liebe Grüße, euer Josef.

 

 

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