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Beißverhalten nach Luftdruckwechsel: Theorie und Praxistest

Liebe Hecht&Barsch Fans,

Mitte Juli waren wir in einer besonderen Mission unterwegs. Wir hatten längere Zeit einen Angeltag auf dem Wasser geplant und zufälligerweise ergab sich ein spezielles Szenario: Nachdem es einige Tage warm und sonnig gewesen war, gab es an dem besagten Tag morgens ein sehr heftiges Gewitter. Es regnete etwa zwei Stunden sintflutartig und da unsere masochistische Ader nicht übermäßig ausgeprägt ist, warteten wir, bis es sich beruhigt hatte. Die Stadt hatte sich durch den Niederschlag abgekühlt und es war sogar spürbar, dass der Luftdruck beträchtlich gefallen war. Daniel war überzeugt, dass das ein gutes Zeichen für den heutigen Angeltag sei. Dabei sagt die Theorie im Bezug auf stärkere Luftdruckwechsel eigentlich etwas anderes: Da die meisten Raubfische anders als z.B. Karpfenartige Schwankungen des Drucks nicht über die Verdauungswege ausgleichen können, müssen sie ihn über ihre Schwimmblase und das Blut regulieren. Dieser Prozess soll bei den Fischen zu Stress und geminderte Jagdlust führen. Vor allem in Bezug auf Zander und Barsche haben wir tatsächlich auch schon häufiger von Guides und anderen Angelcracks gehört, dass konstante Luftdruckverhältnisse in den meisten Fällen stabilere Fangergebnisse zur Folge haben.

Daniel war dennoch relativ optimistisch: Er hatte in diesen Situationen schon häufig Erfolg gehabt und ist zudem grundsätzlich nicht gerade als Theoriefanatiker bekannt. So konnte er mich und Thomas, der wieder mal mit dabei war, erst einmal mit seiner positiven Herangehensweise anstecken. Wir entschieden kurzerhand, den ganzen Angeltag zum Praxistest zu deklarieren: Beißflaute nach Luftdruckwechsel: Mythos oder Wahrheit? Viel Spaß beim Ansehen!

Fazit: Wenn man lediglich die zahlenmäßige Ausbeute an gefangenen Fischen in Relation zu den nackten Luftdruckwerten betrachtet, fällt das Ergebnis sehr eindeutig aus. Während in einer relativ konstanten Hochdruckphase vor dem Gewitter eher schwaches Beißverhalten zu beobachten war, erhöhte das Gewitter die Angriffslust der Hechte und Barsche tatsächlich erheblich. Es muss jedoch beachtet werden, dass auch andere Faktoren als der Luftdruck Einfluss auf das Jagdverhalten haben können: Neben dem Druck war auch die Temperatur gefallen, zudem spülen starke Regenfälle auch immer Sand und Staub ins Wasser, was den Räubern vor allem in sonst sehr klaren Seen entgegenkommt. Eine eindeutige Aussage lässt sich daher nicht so leicht treffen, zumal wir es uns auch nicht anmaßen, die Wissenschaft sowie die Erfahrung vieler Guides ins Land der Fabeln zu verweisen. Klar ist aber auch: Ein starkes Gewitter kann das Beißverhalten definitiv zum Positiven verändern, selbst wenn sich der Luftdruck stark ändert. Also Leute, nach starkem Regen schnell Sachen packen und ab ans Wasser. In solchen Notfällen muss doch jeder Chef Verständnis aufbringen!

Ich fahr jetzt in den Urlaub, wir machen bei Hecht&Barsch zwei Wochen Sommerpause und sind danach direkt in der heißen Vorbereitungsphase für die LMAB-Summer-Tour nach Stralsund, auf der wir coolerweise einige von euch sehen werden!

Bis dahin euch allen ratternde Rollen, Leute!

Peace Toni P.S: Vielleicht lag's auch einfach am brandneuen T-shirt Design, dass es so geknallt hat!

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