Rückblick: LMAB-Belly-Weekend am Ostseestrand in Prerow

Liebe Angelfreunde,

ein aufregendes, erlebnisreiches, insgesamt ziemlich fischarmes und trotzdem sehr spaßiges Wochenende liegt hinter uns. Aber der Reihe nach:

Am Freitag, den 18.03. mieteten Daniel und ich einen gebrauchten Kastenwagen in Berlin, beluden ihn mit einem Schlauchboot, Bellybooten, Angelzeug und Lebensmitteln und brachen Richtung Ostseeküste auf. Nach einer angenehmen Fahrt kamen wir gegen 19 Uhr in der Pension Sommerlust an, wo wir in einem wirklich schönen Gastraum mit Mirco und Melanie, Jeanette, Frank, Lutz und Maik bereits die ersten Tourteilnehmer begrüßen durften. Nach und nach trudelten immer mehr Angler ein, von denen die meisten ihr eigenes Bellyboot mitgebracht hatten und bezogen ihre Zimmer bzw. Apartments. So füllte sich der Gastraum relativ zügig und da uns die Firma Ratsherrn eine schöne Lieferung verschiedener leckerer Biersorten in die Pension geliefert hatte (Pils, Matrosenschluck, IPA) genehmigte sich der eine oder andere erstmal eine Erfrischung, während Daniel und ich uns der Vorbereitung des Abendessens (Spaghetti Bolognese) widmeten. Nachem kurz vor neun die Truppe vollständig war, wurde reichlich Pasta Bolognese aufgetischt und an Hand des aktuellsten Wetterberichts der Plan manifestiert, am Samstag in Ahrenshoop auf Dorsch zu angeln, da die Struktur im Wasser (Muschelbänke) dort so etwas wie eine Dorsch-Fanggarantie bewirkt.

gastraum belly Bei Spaghetti Bolognese und Ratsherrn Bier wird der Plan für den Folgetag besprochen

Nachdem ALLE pünktlich um 7 Uhr zum Frühstück erschienen waren, machten wir uns auf nach Ahrenshoop, wo wir mit Thorsten und Owo auf die letzten beiden Tourteilnehmer trafen. Leider war das Wasser trotz verhältnismäßig geringer Windstärken ziemlich aufgewühlt und da einige Anfänger dabei waren, entschieden wir uns, trotz deutlich schlechterer Fangaussichten auf Dorsch, den geschützteren Nordstrand in Prerow anzusteuern. Am Parkplatz wurden jetzt erstmal Goodie-Bags an alle Schuppenjäger verteilt: 2 Pakete "Möhrchen" von Lieblingsköder, 2 Pakete Musaga Jigs von Predax Fishing, einen MeeFo-Wobbler von Savage Gear und jeweils einen Meerforellenblinker der Firma Hansen und Falk-Fish konnte jeder entgegennehmen. Dann wurden fleißig Bellys aufgepumpt und die richtige Montur übergeworfen.

Belly Parkplatz Alle Angler bringen sich und ihre Bellyboote erstmal in die richtige Verfassung

Bewaffnet mit dem richtigen Material für Dorsch und Meerforelle stapften die ersten über die Düne. Angekommen am Wasser stürzten sich einige Ungeduldige schleunigst mit ihren Booten ins Wasser, obwohl wir darauf hingewiesen hatten, dass Mirco als erfahrener Bellybootangler aus der Region sicherheitshalber voranpaddeln sollte. Angetrieben von der Vorfreude auf Dorsch, unterstützt vom ablandigen Wind fuhren die Bellyboote zum Teil sehr weit raus. Doch die Einschläge blieben weitestgehend aus. Anders als in Ahrenshoop ist der Strand in Prerow ziemlich strukturarm und die Dorsche sehr viel schwerer zu befischen, da sie verstreuter stehen. Nach einiger Zeit konnten Alex und Thorsten aus Hamburg maßige Dorsche verhaften, doch bei den meisten krümmte sich keine Rute, egal welche Wassertiefe sie befischten. Nachdem eine Weile auf dem Wasser vergangen war und sich weiterhin kaum etwas getan hatte (Alex fing witzigerweise noch einen Hering auf Möhrchen) frischte der Wind auf und die Küstenwache zeigte sich erstmals am Horizont. Da ich selbst weit rausgefahren war, forderte ich die ersten Angler, die in meiner Nähe waren, auf, Richtung Strand zu paddeln. Und dann wurde es hektisch. Wir hatten ein motorisiertes Schlauchboot aufs Wasser gebracht, einerseits zum Filmen, anderseits zur Sicherheit. Dass der Rettungsaspekt so wichtig werden würde, hatten wir jedoch nicht erwartet. Zuerst fing Igors nagelneues Bellyboot an, Luft zu verlieren, Julian und Olli, die auf dem Schlauchboot saßen, waren umgehend zur Stelle. Doch noch während Igor abgeschleppt wurde, kam von Helfi (in diesem Fall ein ironischer Spitzname) der nächste Hilferuf: Auch sein Bellyboot hatte ein Problem und wurde platter. Da das Schlauchboot noch mit Igor beschäftigt war, paddelte Mirco in Windeseile zu Helfi und zog ihn mit eigener Muskelkraft an Land. Doch das Security-Boot bekam keine Pause: Die Gruppe der Angler, die gemeinsam sehr weit rausgefahren war, kam mit eigener Kraft nicht mehr entscheidend Richtung Ufer zurück. Da Lutz jedoch als Ruhepol in der Truppe fungierte und alle wussten, dass das Boot sie holen würde, kam keine Panik auf und nach einiger Zeit waren alle wieder unversehrt zurück am Strand. Auch wenn alle Schwimmwesten hatten und niemand wirklich in Gefahr gewesen war, fühlte es sich gut an, alle unversehrt am Ufer wiederzusehen.

Da der Wind weiter zunahm und bei einigen die Kräfte bereits ziemlich verbraucht waren, wurden für den Nachmittag verschiedene Gruppen gebildet. Ein paar Belly-Wütige fuhren nochmal raus, um in Ufernähe auf Meerforelle zu angeln, so konnte Frank als erster eine Meerforelle vom Bellyboot verhaften. Andere angelten durchaus erfolgreich am Binnengewässer auf Zander und Barsch, der Großteil versuchte sich in Wathosen beim Meerforellenangeln vom Ufer. Dort konnte dann auch noch der eine oder andere Silberbarren ans Band gebracht werden, so konnte Melanie z.B. ihre allererste Meerforelle fangen!

DSC01444 Melanies erste Meerforelle! Fettes Petri!

Nach einem anstrengenden Angeltag galt es nun, für das Abendessen zu sorgen. Eigentlich sollte es Dorsch im Bierteig geben, doch da die Fangausbeute im Hinblick auf Dorsch sehr bescheiden gewesen war, musste ein Plan B her. Igor, der Chefkoch in einem Berliner Szenereszaurant ist, zauberte schnurstracks ein fabelhaftes Geschnetzeltes mit Pilzen in Rahmsauce, sodass wir uns abends in angenehmer Atmosphäre die Mäuler vollschlagen konnten. Es wurde ein Plan für Sonntag geschmiedet, wegen Zunahme des Windes bis zum Sonntagnachmittag wurde beschlossen, es auf dem Barther Bodden auf Zander zu versuchen, da Mirco, Olli und Bernd vom Bellybootverleih in vorhergegangenen Jahren vor Beginn der Zanderschonzeit dort schon tolle Fangergebnisse erzielt hatten. Dann gab es noch eine kleine Siegerehrung mit Lieblingsköder-Flachläufer-Wobblern und Hecht&Barsch-Artikeln für ein paar besondere Leistungen: Bester Dorsch = Thorsten, erste MeeFo vom Belly = Frank, erste MeeFo vom Ufer = Melanie, einziger Hering = Alex, Lebensretter = Lutz und Superkoch = Igor.

Nach dem Essen saßen wir noch ein paar Stünchen zusammen, lachten viel und Owo plauderte aus dem Nähkästchen, vor allem für die Fußballinteressierten war es wirklich klasse, gewisse Dinge mal auf der Sicht eines Ex-Profis zu hören. Gegen halb 12 waren in Anbetracht der vorherrschenden Müdigkeit und in weiser Voraussicht auf den nächsten Tag dann auch die Letzten in ihren Zimmern verschwunden.

Auch am Sonntag erschienen alle erneut superpünktlich zum Frühstück, dann wurde der Hafen in Pruchten angesteuert. Alle fuhren mit ihren Bellys raus, doch die Fische zeigten hier leider komplette Beißverweigerung. Es kam zu dem einen oder anderen Barsch- und Hechtbiss, allerdings gab es von Zandern überhaupt keine Spur. Die gute Laune wollten wir uns dennoch nicht vermiesen lassen, vor allem Mircos Kindskopp scheint auf dieser Ebene unverwüstlich, denn plötzlich brauchte er ganz dringend einen neuen Meerforellenköder fürs Fliegenfischen:

 

 

Jetzt wurde nochmals der Plan geändert: Die eine Gruppe fuhr auf Empfehlung von Olli zum Barther Hafen, wo ein Teil vom Ufer angelte und ein paar mit den Bellys im Hafen umherpaddelte. Ein schöner Barsch ging ans Band, auch ein kleiner Zander wurde gefangen, ansonsten gab es nur Beifang in Form von Grundeln und Brassen zu vermelden. Umso größer wurden die Augen, als der Fischer kisteweise Zander (darunter auch zwei Meterzander) aus seinen Netzen holte.

Der andere Teil der Gruppe widmete sich ein letztes Mal dem Fisch der tausend Würfe. Vor allem Enrico, der am Vortag vier Fischkontakte gehabt hatte, letztendlich aber keine MeeFo erwischt hatte, packte der Ehrgeiz. Doch auch an der Küste blieb der Gamechanger aus. Bis auf zwei Nachläufer gab es keine Spur von Fisch, gelindert wurde der Schmerz durch die gute Gesellschaft und durch ein absolutes Kaiserwetter, dass sich ab 14 Uhr in Prerow breitmachte. Strahlender Sonnenschein und Windstille kehrten ein, perfektes Bellybootwetter! Wehmütig fragte man sich, warum das nicht hätte früher kommen können. So ließen wir den Tag ausklingen und machten uns gegen 19 Uhr auf die Heimreise.

 Belly Gruppe Pünktlich zum Ende der Tour kommt plötzlich das Kaiserwetter zum Vorschein

Vielen Dank an alle die dabei waren! Auch wenn weder Wetter noch Fische so mitgespielt haben, wie man es sich hätte wünschen können und wie es bei unseren Generalproben der Fall gewesen war, der Teamspirit und die Atmosphäre mit euch allen war wie immer einmalig! Wir haben gelacht wie schon lange nicht mehr und uns trotz aller Anstrengungen und Widrigkeiten köstlich amüsiert! Danke Leute!

 

Wir freuen uns, einige von euch schon bald in Spanien und in Dänemark oder bei anderen Gelegenheiten wiederzusehen!

Bis bald und allzeit Petri Geil!

Toni

 

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