Schleppangeln auf Hechte im Winter

Ein Blogbeitrag der H&B-Teamangler Meik Creutz und Jan-Ole Lohmann Es ist (B)arschkalt und Winter. Die meisten Angler sind in der Winterpause und beschäftigen sich mit Tacklepflege und Montagenbau für den Saisonstart im Mai. Doch genau diese kalte Jahreszeit eignet sich perfekt, um den Personal Best-Hecht zu jagen, sofern es die Schonzeiten des jeweiligen Gewässers zulassen. Vollgefressen für die anstehende Laichzeit, sind die Räuber zu keiner Jahreszeit so mächtig wie im Winter, jeder Biss kann einen absoluten Traumfisch bedeuten. Aber wie genau fange ich die dicke Wintermutti?

Theorie

Wasser hat bei 4° Celsius die größte Dichte, ist also bei identischem Volumen am "schwersten" und bildet in dieser Temperatur stets die unterste Gewässerschicht. Sobald die Wassertemperatur in der Wassersäule unter 4°C sinkt, sind tiefe Löcher folglich die wärmsten Stellen im Gewässer. Um der Kälte zu entgehen, liegen die Räuber häufig träge an den tiefsten Stellen am Gewässergrund und haben ihren Stoffwechsel auf ein Minimum reduziert. Tiefen-Schleppangeln

Gewässerschichten im Sommer und im Winter

Vorbereitung

Um genau diese Spots zielgenau ansteuern zu können, braucht man vor allem zwei Dinge: eine Tiefenkarte und ein GPS-fähiges Gerät. So kann man gerade auf großen Gewässern direkt die richtigen Positionen ansteuern, womit man viel Zeit und - wenn man mit Ruderkraft unterwegs ist - auch viel Kraft sparen kann. Heutzutage braucht man ja nicht mal mehr ein GPS-fähiges Echolot, um seinen Standort nachzuverfolgen, in der Regel ist das ja auch mit dem Smartphone sehr gut möglich.tiefenkarte

Gewässerkarten im Vorfeld zu studieren spart Zeit und Kraft!

Um am Ende dann den genauen Standort der Fische und der Tiefen zu lokalisieren ist ein Echolot eine große Hilfe. Klar geht es auch ohne, aber warum nicht nutzen, wenn man eins zur Verfügung hat. Es erspart Zeit und hilft enorm, mehr Vertrauen in den Spot zu bekommen. Seid ausdauernd an den Stellen, die ihr euch ausgeguckt habt und zieht durch, ihr werdet am Ende meistens belohnt. Ein Gerät, das sowohl beim Orientieren auf dem See als auch beim Suchen der tiefen Stellen und Fische gut geeignet ist, ist der Deeper. Vorteil dieses relativ preiswerten Geräts ist seine Mobilität, wodurch man es auch klasse beim Eisangeln (wozu es einen extra Eisangel-Modus gibt) und montiert an der Hauptschnur sogar zum Uferangeln verwenden kann.Deeper-Schleppen

Mit dem Deeper können tiefe Löcher, Futter- und Zielfische lokalisiert werden.

Techniken

Bei den kalten Temperaturen ist es wichtig, den Köder langsam zu präsentieren um die trägen, "auf Energiesparmodus" laufenden Hechte zu reizen. Dafür eignet sich am besten das Schleppangeln oder das Vertikalangeln bei leichter Drift. In diesem Artikel möchten wir konkret auf das Schleppangeln eingehen, eine sehr erfolgreiche Methode, um die faulen Räuber aus der Reserve zu locken. Beim Schleppangeln kann man die Ruten natürlich in einem dafür vorgesehenen Rutenhalter abstellen und reagieren, sobald sich etwas in Rutenspitze und/oder Rollenbremse tut. Sehr viel effektiver ist allerdings das Freihandschleppen. Hierbei braucht man natürlich eine zweite Person, sodass sich einer auf das Führen des Bootes und einer auf das Halten und Führen der Ruten konzentrieren kann. Mit der Methode des Freihandschleppens bewegt sich der Köder attraktiver als beim herkömmlichen Schleppangeln, man kann man logischerweise deutlich besser auf Bisse reagieren und die Köderführung alles andere als eintönig, da man sich immer irgendwie bewegt, stoppt oder auch mal anzieht. Zum Freihandschleppangeln schmeißen wir den Köder eine Wurflänge (20-30 Meter) hinter das Boot und lassen ihn auf den Grund sinken. Am Grund angekommen, jiggen wir den Köder einmal an und beginnen mit langsamen Ruderschlägen unser Schleppangeln. Es ist darauf zu achten, wirklich langsam zu schleppen und den Köder nah am Grund zu führen. Bei Grundkontakt sollte das Schleppangeln kurz unterbrochen werden, um die Köder zu kontrollieren, ob sie krautfrei sind und korrekt laufen. Diese wirklich preiswerte und einfache Methode ist nur zu empfehlen und sehr fängig! Wir haben es selbst geprüft und für gut empfunden. ACHTUNG! Die Bisse kommen knüppelhart und unerwartet. Auch wenn stundenlang kein Zeichen von Fisch erkennbar ist, ist es wichtig, immer konzentriert zu bleiben und zum Anschlag bereit zu sein.

Tackle

Köder

Es sind Big Baits gefragt! Wie zu Beginn des Artikels erwähnt, sind die Fische im Winter sehr träge und nicht bereit, viel Energie zu verschwenden. Wenn sie sich also zu einem Angriff hinreißen lassen, dann muss es sich lohnen, man sollte daher große Köder fischen um eine attraktive Beute anzubieten. Holt also genau die Köder raus, die euch im Sommer immer zu groß sind und traut euch diese zu fischen. Der Hecht muss im Winter gereizt werden. Nichts macht ihn angriffslustiger, als z.b. ein 40 cm Real Eel, der sich direkt durch sein Wohnzimmer schlängelt.

Rute & Rolle

Das Tackle kann simpel gehalten werden. Mit einer Spinnrute ab 50g Wurfgewicht und einer 4000er Rolle mit geflochtener Schnur seid ihr bestens ausgerüstet für dass Freihandschleppangeln auf dicke Hechte.

Vorfach & Jig

Beim Thema Vorfach gehen die Meinungen häufig auseinander, was auch völlig okay ist. Viele Experten und auch einige unserer Teammitglieder raten beim Hechtangeln dazu, stets Stahlvorfächer zu nutzen. Zum Thema Vorfach hat Toni mit Enrico di Ventura im Sommer 2016 eine ganze Sendung gedreht: https://www.youtube.com/watch?v=IHkE-2L8KOo&t=1052s Wir persönlich (Meik & Ole) nutzen zum Schleppen auf Hecht meistens ein 60-90cm Hardmono/Fluorocarbon Vorfach ab 1mm Stärke, Stahl funktioniert aber auch. Die Gummifische werden mit Jigköpfen ab 30g bestückt, jenachdem wie tief das Gewässer ist und wie schnell wir schleppen wollen, man sollte das Gewicht am besten so lange erhöhen, bis man regelmäßig Grundkontakt bekommt und dann wieder eine Stufe runtergehen. Gummifische ab einer länge von 15 cm sollten mit einem Stinger gefischt werden, ab 25cm mit 2 Stingern, da die Bisse oft sehr spitz kommen. Hier noch 5 Tipps zum Hechtangeln im Winter.

  • Warme Angelkleidung und ausreichende Verpflegung. Dies ist wohl der wichtigste Tipp, denn nur so haltet ihr den gesamten Tag auf dem Wasser durch und könnt jede Beißphasen mitnehmen.
  • Im Winter ist Gestank häufig Trumpf! Vorgeflavourte Köder oder mit Paste oder Stiften präparierte Gummis bringen oft den Fisch!
  • Bringt Ausdauer mit! Es gibt oft nur kurze Beißfenster seid also immer konzentriert und zieht durch, ihr werdet am Ende belohnt!
  • Benutzt auch mal neue und/oder verrückte Köder! An viel befischten Gewässern, kennen die Fische die gängigen Köder zum Teil, seid ruhig kreativ.
  • Gewässerkunde ist das A und O. Tiefenkarte und GPS-Gerät helfen euch, die Gewässerstruktur für euch zu nutzen.

 

Zum Abschluss noch ein Schleppangelvideo von uns für euch, falls ihr es noch nicht kennt: ->>Hier<<-

Das ist unser erster Bericht für HechtundBarsch.de, wir hoffen, dass er war informativ und aufschlussreich war. Wir wünschen euch dicke Hechte und viel Spaß beim Angeln. PETRI GEIL BOYS and GIRLS !!! Meik & Ole

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