Dein Online-Shop für das Raubfischangeln!
Montag - Freitag: 10:00 - 18:00 Uhr +49 30 408 939 99

Stabiles Gerät für Spinnfischneulinge: Ist das wirklich noch tragbar?  

Liebe Angelfreunde, In diesem und im letzten Jahr habe ich einige Artikel für das Magazin "Am Haken" geschrieben. Für alle, die diese interessante Lektüre jetzt erst abonniert haben, hier ein Beitrag aus 2014  von mir:

Ein Thema, das immer wieder heiß diskutiert wird, ist hierbei die Montage oder allgemeiner, „das Gerät“ beim Spinnfischen. Meinen Beitrag möchte ich daher einigen Grundsätzen hierzu widmen, die einem jeden Raubfischangler helfen, möglichst frustfrei Fisch an den Haken zu bekommen. Bei meinen Ausführungen zu den einzelnen Elementen werdet ihr sehen, dass ich mich ein wenig von gängigen Profitipps entferne, da gerade Anfänger häufig einen Spagat zwischen maximalem Spaß und begrenztem Budget vollbringen müssen.

Rute

Zur Rute möchte ich an dieser Stelle wirklich nur das Nötigste sagen, denn dies ist ein riesiger Themenbereich, dem ich mich gerne zu einem anderen Zeitpunkt widme. Ich selbst nutze nur noch die #LMAB Custom Rod mit einem Wurfgewicht von 5-35 Gramm, da diese Rute für Barsch, Hecht und Zander gleichermaßen geeignet ist. Sie ist sensibel genug für die Erkennung feinster Barschbisse, jedoch straff genug, um auch Meterhechte hervorragend zu drillen. Neben Eigenschaften wie einer feinen Spitzenaktion, ausgewogener Gewichtsverteilung innerhalb der Rute und qualitativ hochwertigen Ringen ist für mich vor Allem eines wichtig: die Bisserkennung. Einen Biss von einem Hindernis unter Wasser unterscheiden zu können, das sollte euer Ziel sein. Abseits von Faktoren wie Erfahrung und Geschick kann man an dieser Stelle auch beim Gerät die Weichen auf Erfolg stellen. Und das fängt eben bei der Rute an. Sie soll sich für euch nach einiger Zeit wie ein verlängerter Finger anfühlen, daher kann ich nur von unpräzisen „Wackelruten“ abraten. Mit solchen fängt man auch mal einen Hecht, aber halt nur dann, wenn sich dieser den Köder gierig tief ins Maul steckt. Die straffe, feinfühlige Rute dagegen hilft euch, auch zaghafte Bisse zu erkennen und binnen einer halben Sekunde den Anhieb zu setzen. Vergesst nie, dass jeder Angler einen langen Übungsprozess durchläuft und etwas wie die Bisserkennung zum Teil sehr viel Erfahrung braucht. Mit jedem Fisch, den ihr versäumt, lernt ihr und die Wahrscheinlichkeit, den nächsten Räuber sauber zu haken steigt!

Rolle

Nun kurz zur Rolle: Auch wenn viele erfahrene Angler unter euch jetzt rebellieren werden, sage ich allen Anfängern: Falls euer Budget begrenzt ist, muss es nicht von Anfang an eine Premiumrolle sein. Die günstigeren Produkte der Markenhersteller reichen fürs Erste aus, die Sienna und die Catana von Shimano sind wegen ihres fabelhaften Preis-Leistungsverhältnisses wohl die beliebtesten Einsteigerrolle überhaupt. Rollen müssen über eine passable Bremse verfügen und ein Mindestmaß an Verarbeitungsqualität aufweisen, damit sie euch während des Drills nicht im Stich lassen. Ich rate daher vom Kauf von No-Name-Produkten ab. Viele Anfänger, die ich kenne, angeln mit Einsteigermodellen von bewährten Herstellern und sind absolut zufrieden, bis dann häufig nach ein paar Jahren die Ansprüche wachsen. Eine sehr lange Zeit habe die Shimano Aernos gefischt, eine exzellente Rolle aus mittleren Preisregionen.

Schnur und Vorfach

Jetzt komme ich zu dem Teil des Angelgeräts, der mir für diesen Artikel am meisten am Herzen liegt, nämlich Schnur und Vorfach und deren Tragkräfte,  da vor allem in diesem Bereich gerade unter Spinnfisch-Neulingen viele offene Fragen darauf warten, beantwortet zu werden.

Da wäre zunächst die Hauptschnur. Als Fan optimaler Bisserkennung kommt für mich beim Raubfischangeln in Deutschland nur geflochtene Dyneema-Schnur in Frage. Doch wie dick muss diese sein oder wie dünn darf sie sein? Hierzu gibt es fast so viele Meinungen wie Spinnfischer. Grundsätzlich sei erst einmal erklärt, dass du einerseits unbedingt darauf achten musst, dass deine Schnur, dein Vorfach und alle anderen Elemente deines Tackles genug Tragkraft vorweisen, um Schnur- oder Materialbruch zu vermeiden. Alles andere wäre nicht waidgerecht und kann zum qualvollen Tod des Tieres führen. Andererseits hat jede Schnur und jedes Vorfach eine gewisse Scheuchwirkung. Und diese ist natürlich umso geringer, je dünner und somit weniger sichtbar die verwendeten Materialien sind. Anfängern kann ich raten, die Tragkraft der Schnur den Verhältnissen des Hausgewässers anzupassen. Würde man allein das Gewicht eines kapitalen Exemplares des Zielfisches (z.B. Hecht) in Betracht ziehen, so würde beim Spinnfischen eine Tragkraft von circa 6 kg ausreichen. Das entspricht bei geflochtener Schnur einem Durchmesser von 0,10 mm und mag für einen drillerfahrenen Angler, der sein Hausgewässer  mit jedem Hindernis kennt, genug sein. Von einer so knappen Berechnung der notwendigen Tragkraft rate ich Anfängern und Anglern, die „eine Schnur für alles“ nutzen, jedoch dringend ab! Denn die Angabe der Tragkraft ist für ein ganz anderes Problem interessant:  Hänger. In Gewässern mit viel Hängerpotenzial sowie in unbekannten Gewässern dürfen ruhig schwerere Geschütze aufgefahren werden.

Hänger können den Unterschied zwischen einem erfolgreichen und einem überaus nervigen Angelerlebnis machen. Die geflochtene Schnur bietet (sofern sie genug Tragkraft mitbringt) gute Chancen, einen Hänger zu lösen. Ob durch „Schnur spannen und zurückschnellen lassen“ bei festen Hindernissen wie Steinen oder Wurzeln oder einfach nur durch kräftiges Ziehen bei Hindernissen wie Krautbänken. Im Endeffekt geht es dem Anfänger doch hauptsächlich darum, nicht bei jedem Hänger die komplette Montage oder gar ein Stück der Hauptschnur zu verlieren. Und Anfänger haben je nach Gewässer nun mal reichlich Hänger. Auch aus einem anderen Grund kann der Griff zu einer kräftigeren Schnur eine ökonomische Entscheidung sein: Geflochtene Schnüre sind recht kostspielig, daher kommt es für viele Angler nicht in Frage, für jeden vorstellbaren Umstand eine passende geflochtene Schnur zu kaufen. Wer ein und dieselbe Schnur für viele Zwecke nutzt, sollte sich meiner Meinung nach für eine kräftige Dyneema zwischen 10 und 12 kg Tragkraft entscheiden. Allerdings sollte in diesem Fall bedacht werden, dass Abrieb für eine erhebliche Minderung der Tragkraft sorgen kann. Gerade der Teil unmittelbar am Ende der Hauptschnur wird häufig beim Einholen, Auswerfen oder im Drill beschädigt. Abschneiden der letzten 70 cm der Schnur alle paar Monate (je nach sichtbarem Abrieb) schafft bei diesem Problem definitiv Abhilfe.

Desweiteren sei gesagt, dass die Wahl des Vorfaches (Stärke) sowie die Tragkräfte der verschiedenen Komponenten eine wichtige Rolle spielen. Diese sollten nämlich so gewählt werden, dass die schwächste Stelle kurz vor dem Köder sitzt, oder dass die gesamte Konstruktion so stark ist, dass sich bei einem Hänger der Haken aufbiegen kann, denn in beiden Fällen verlierst du nicht deine gesamte Montage. Doch auch hierbei sollte die Scheuchwirkung nicht außer Acht gelassen und ein an die Gewässerfarbe angepasstes Mittelmaß gefunden werden. Welches Material der

Handlungsempfehlungen

Um euch abschließend noch ein konkretes Beispiel an die Hand zu geben, gebe ich euch eine Anfängerempfehlung für eine einfache Hechtmontage mit den jeweiligen Tragkräften: Als Hauptschnur rate ich zu einer geflochtenen Dyneema mit 0,15 mm Durchmesser (ca. 10-12 kg Tragkraft). Snap und Wirbel zwischen Hauptschnur und Vorfach sollten ebenso ca. 10 kg tragen. Das flexible, ebenfalls geflochtene 7x7 Stahlvorfach trägt entweder ca. 6-7 kg (0,27 mm), wenn man in klarem Wasser fischt und die Scheuchwirkung minimieren will oder ca. 10-12 kg (0,36 mm), wenn man in trübem Wasser fischt und mit vielen Hängern rechnet. Zu guter Letzt sollte der letzte Snap vor dem Köder weniger Tragkraft aufweisen als jedes andere Element meines Gerätes, um dort eine Sollbruchstelle zu installieren, falls zu diesem Zeitpunkt nicht eh schon der Haken „Adieu“ gesagt hat.Ich weiß, dass bei den hier angegebenen Tragkräften so manch ein selbsternannter Angelprofi nur den Kopf schütteln kann. Mir ist es wichtig, mich von diesen Konventionen zu lösen und so unseren Petrijüngern brauchbare Praxistipps auf den Weg geben zu können. Es sei noch gesagt, dass alle Aussagen über Tragkräfte in diesem Text nur dann zum „tragen kommen“ wenn dabei die richtigen Knoten und Quetschverbindungen angewendet werden. Dazu wird von meiner Seite demnächst mehr.

Bis dahin wünsche ich euch allen ratternde Rollen! Bis bald! Euer Daniel

Bitte geben Sie die Zeichenfolge in das nachfolgende Textfeld ein.

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.