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Süßwasserangeln auf Korsika: Auf Bachforelle an der Liamone

Liebe Angelfreunde,

Ende Juli war ich mit dem Motorrad auf "Europatour" in insgesamt fünf verschiedenen Ländern und obwohl ich wusste, dass wir ein straffes Programm vor uns hatten, konnte ich es mir nicht verkneifen, vorher schon mal zu schauen, was auf Korsika, unserem längsten Aufenthaltsort angeltechnisch so geht. Auf folgende Informationen bin ich im Vorfeld gestoßen und da sie für den einen oder anderen interessant sein könnten, gebe ich sie hier nochmal kurz wieder:

  1. Angelschein: Für das Meeresangeln wird auf Korsika wie auch auf dem französischen Festland keinerlei Angelerlaubnis benötigt. Für das Süßwasserangeln ist eine Lizenz nötig, diese kann man auf Korsika unter anderem in den offiziellen Verkaufsstellen, aber auch in einigen Tabakläden erhalten. Wenn man das schon vor dem Urlaub geklärt haben möchte, kann man sogar online eine Tages- oder Wochenkarte erwerben.
  2. Mögliche Zielfische: Im Mittelmeer  um Korsika gibt es zahlreiche interessante Fischarten: Dorade, Wolfsbarsche, Thunfisch, Meerforelle, Scholle, und unzählige weitere tolle Fische kann man mit dem nötigen Know-How und einem Quäntchen Glück an Land bzw. aufs Boot bringen. Doch auch das Angebot bezüglich der Süßwasserfischarten kann sich sehen lassen. Neben Hecht und Zander ist die Insel wegen ihrer einzigartigen Beschaffenheit (50 Berge über 2000 Meter Höhe) vor allem interessant für die Forellen- und Flussaalangelei. Schwarzbarsche, die es auf der nur wenige Kilometer südlich gelegenenen italienischen Insel Sardinien in Hülle und Fülle gibt, sind nach meiner Information auf Korsika nicht zu finden.

Da man auf dem Motorrad gepäcktechnisch sehr begrenzt ist, musste vorher festgelegt werden, welchen der zahlreichen interessanten Optionen wir uns widmen wollten. Aus verschiedenen Gründen (Unwissen über Verfügbarkeit eines günstigen Bootes für das Meeresangeln, keine Angelerfahrung auf dem Mittelmeer, Volumen des notwendigen Equipments) entschied ich mich, es in den Bergen Korsikas auf Forellen zu versuchen. Ich packte für meinen Bruder Luis und mich eine kleine Kunstköderbox zusammen und kaufte noch schnell zwei günstige Teleskopruten bei Angeljoe, die perfekt in meine Motorradkoffer passten. Und schon konnte die wilde Fahrt losgehen. Einmal quer durch Deutschland, über die Alpen (übers Timmelsjoch), durch Norditalien ging es in Savona bei Genua auf die Fähre und auf Korsika fuhren wir nochmal einige Stunden vom Hafen in Bastia auf traumhaften Küstenstraßen bis nach Cargèse, wo wir für eine Woche bleiben wollten.

Zwar hatte ich mich im Vorfeld informiert, welches die interessantesten Flüsse in unser näheren Umgebung fürs Forellenangeln sein sollten (Sagone, Liamone), doch Infos zu guten Stellen hatte ich nirgends gefunden. Auch von den Einheimischen erfuhr man wenig. Erstens angelten die meisten ausschließlich auf dem Meer, zweitens überraschte es mich sowieso nicht so sehr, dass uns keine Hot Spots genannt wurde. Auch in Deutschland wird auf der Ebene ja mit Informationen häufig nicht allzu verschwenderisch umgegangen. In den ersten Tagen, in denen wir die eine oder andere Tagestour mit unseren Mädels machten, hielten wir also stets die Augen offen und sahen auch bald einige interessante Stellen an der Sagone, aber vor allem an der Liamone. Hoch in den Bergen, an der Liamone, nahe bei Vico gibt es eine Brücke, an der viele Urlauber und Einheimische in sogenannten "Gumpen" baden. Der Fluss staut sich hier in natürlichen Wasserbecken plateauartig und lädt zu einer angenehmen Abkühlung ein. Wir fuhren dort mehrfach hin, um es uns in den natürlichen Whirlpools gut gehen zu lassen. Wegen der anderen Badegäste ist an Angeln dort nicht zu denken, doch die Struktur sah für Forellen so gut aus, dass wir beschlossen, zum Angeln zurückzukommen und eine menschenleere Stelle zu suchen.

Am letzten Tag unseres Korsikaaufenthalts war es dann so weit. Wir schnappten uns die Bikes, fuhren hoch in die Berge und stellten sie an der Brücke bei Vico ab. Dann wanderten wir mal im Fluss, mal über Felsen hüpfend und kletternd zu zweit die Liamone hoch, bis wir nach etwa zwanzig Minuten mutterseelenallein in den korsischen Bergen waren. Wir packten unser Equipment aus und begannen, alle aus unserer Sicht interessanten Stellen von unten nach oben zu beangeln. Und wegen des klaren Wassers sahen wir neben etlichen Flussaalen auch bald schon die ersten kleineren Forellen! Unscheinbar standen sie im Schatten unter Felsvorsprüngen gegen die Strömung gerichtet. Jetzt waren wir nah dran! Dachten wir. Während Luis ausschließlich mit seinen Lieblingforellenwobblern (Salmo Hornets), mit denen er in Norwegen und Österreich super Erfahrungen gemacht hatte, fischte, war ich weniger geduldig. Ich wechselte regelmäßig den Köder: Wobbler, Spinner, Gummifische, Gummiinsekten, die Forellen blieben gänzlich unbeeindruckt. Zogen wir die Köder verführerisch an ihnen vorbei, schwammen sie sogar kurz zur Seite, um anschließend zu ihren Stammplätzen zurückzukehren.

Wir begannen, etwas an unserem Equipment zu zweifeln. Hätten wir uns vielleicht nicht allein auf Kunstköder verlassen sollen? Braucht die französische Forelle vielleicht etwas natürliches, Würmer, Grashüpfer, oder doch etwas Käse und Rotwein? Luis begann unter Steinen, nach brauchbaren Tierchen zu suchen, doch er blieb damit erfolglos. Vielleicht hatten wir auch einfach noch nicht die richtige Uhrzeit erwischt. Immerhin angelten wir gerade mal effektiv seit zwei Stunden. Echt nicht viel, vor allem wenn man bedenkt, dass Forellen wahrlich nicht leicht zu überlisten sind. Überhaupt konnte unsere Stimmung rein gar nichts trüben. Wer mit seinem Bruder an einem der schönsten Orte der Erde, bei strahlendem Sonnenschein von oben und kühlem Gebirgswasser von unten nicht gut drauf ist, dem können wir wirklich nicht helfen! Wir marschierten weiter munter den Fluss hoch und probierten es immer und immer wieder. Leider drängte die Zeit bereits ein kleines Bisschen, denn der Rückweg stand noch bevor und zum letzten Abendessen auf Korsika wollten wir pünktlich zurück in der Bucht sein. Wir nahmen uns also vor, noch zwei letzte Ebenen zu befischen, bevor wir uns wieder auf die Heimreise machen wollten.

Auf dem für uns letztem Plateau des Tages sah ich dann etwas Großes silbern blitzen. Ich warf einen Mepps Spinner in unmittelbare Nähe, und tatsächlich: Die Rute war krumm! Jetzt nicht verlieren! Ich war voller Andrenalin, mein Bruder machte sich bereit, den Fisch zu landen, auch er wollte ihn unbedingt an Land sehen. Wir bugsierten ihn aus dem Wasser und nahmen Maß: 58 Zentimeter! Mein absoluter PB! Dann noch ein schönes Foto und schnell zurück ins kühle Nass! Wir waren beide überglücklich, dass es doch geklappt hatte!

Ich war der Meinung, dass das nun der perfekte Zeitpunkt wäre, die Angelei zu beenden und uns auf den Rückweg zu machen, doch Luis sah das komplett anders. "Komm, das Becken oberhalb fischen wir noch 15 Minuten ab, dann gehen wir, versprochen!" Ich konnte ihm die Bitte unmöglich abschlagen, auch wenn wir bereits überfällig waren. Wir kletterten den Flusslauf also weitere 50 Meter hinauf und angelten weiter. Ich riet Luis, es doch auch mal mit einem Spinner zu versuchen, doch er blieb stur bei seinem Wobbler. Und siehe da, nach nur wenigen Würfen bog sich seine Rute gewaltig! Wieder eine kräftige Forelle! Luis kurbelte den Fisch geduldig ein und auch diesmal blieb uns das Glück treu, wir konnten das nächste Prachtexemplar landen! Das Maßband ergab faszinierende 61 Zentimeter. Die bei weitem größte Forelle, die Luis je gefangen hatte!

Stolz entfernte er seinen Lieblingsforellenwobbler und setzte den Fisch zurück. Wir schauten auf die Uhr, es war höchste Zeit die Sachen zu packen. Wir verstauten das komplette Equipment im Rucksack, auch um nicht mehr in die Verlegenheit einiger Würfe zu kommen und liefen flussabwärts so schnell wir konnten. Ohne Unfall auf den zum Teil rutschigen Felsen erreichten wir nach einiger Zeit die Brücke, setzten uns auf unsere Bikes, brausten die Berge herunter und schafften es irgendwie pünktlich zum Abendessen. Für uns beide ein unglaublicher Tag, den wir garantiert nie vergessen werden! Wer auf unbekanntem Terrain fischt, hat es nie leicht. Man hat natürlich schneller Zweifel, wenn es nicht so läuft, aber auch hier ist Angeln natürlich häufig eine Geduldsfrage. Beim nächsten Mal werden wir versuchen, mit Einheimischen aufs Meer zu fahren, denn wir haben tolle Fänge auf Fotos gesehen, die uns ziemlich heiß aufs Mittelmeertrolling gemacht haben. Alles in allem ist Korsika nicht nur wegen der Angelei ein wunderbarer Ort und trotz der vergleichsweise hohen Preise absolut empfehlenswert. Wer Fragen zur Insel hat, kann sich gerne unter toni@hechtundbarsch.de an mich wenden.

Bis bald Leute, mein Bruder und ich freuen uns jetzt erstmal unglaublich auf die LMAB-Summer-Tour, bei der wir viele von euch sehen werden!

Bis dahin!

Toni

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