Erfahrungsbericht Savage Gear Roadrunner XLNT2

Im September 2016 ging es für mich in den wohlverdienten Jahresurlaub zu dem amerikanischen Teil meiner Familie nach Fort Walton Beach im Nordwesten Floridas. Angeln sollte bei diesem Urlaub nicht im Mittelpunkt stehen, dennoch war mir bewusst, dass ich in einer solchen Gegend nicht ohne Rute aufschlagen sollte. Die Gegend ist vor allem für das Angeln im Salzwasser bekannt (Golf von Mexico), doch auch im Süßwasser gibt es einige interessante Zielfische wie z.B. den Large Mouth Bass. Auch wenn es in den Staaten natürlich riesige Angelgeschäfte gibt, fühlte ich mich wohler dabei, mit einer gut ausgewählten Rute im Gepäck dort aufzukreuzen. Es musste also eine handliche Reiserute her! Diesen Beitrag widme ich mich einer Rute der XLNT2-Serie von Savage Gear, nämlich der Roadrunner.

Komponenten und Varianten der Roadrunner

Nachdem ich beim Zanderangeln sehr gute Erfahrungen mit der Bushwhacker aus der mit einem XLNT2-Reihe gemacht hatte, sah ich mir im Angelladen meines Vertrauens die Roadrunner an. Es sind dort dieselben Komponenten verbaut worden, wie bei der Bushwhacker: SIC-Ringe mit Rahmen aus rostfreiem Stahl, der hauseigene Gold-Label Rollenhalter und ein optisch ansprechender Kombigriff aus Duplon in der Mitte und Kork am Endstück sowie über dem Rollenhalter. Auch die Metallöse über dem Griff zum Einhängen des Hakens fehlt bei der Roadrunner nicht, das ist für mich ein sehr wichtiges Detail und schwer nachvollziehbar, warum bei vielen Ruten aus verschiedensten Preisregionen dieses Element nicht montiert ist.Savage-Gear-Roadrunner-XLNT2-243cm-20-80g-8601_7CzQ5UCijkfscK

Die vierteilige Reiserute kommt in einer edlen Rutentasche

Allein der Carbon-Fiber-Blank besteht aus 4 Teilen, um die geringe Transportlänge zu gewährleisten, nicht aus 2 wie bei der Bushwhacker. Die zwei zusätzlichen Steckverbindungen hatten jedoch bei der ersten Belastungsprobe im Angelgeschäft keine für mich spürbaren Einflüsse auf die Biegekurve. Toll fand ich auch, dass die Reiserute in einem fast schon luxoriösen Hardcover daherkommt, wie man es sonst eher von Ruten jenseits der 200€-Marke kennt. Da mich auch der Preis mit 100-120€ (je nach Variante) absolut überzeugte, ging es nun darum, die richtige Ausführung zu wählen. Da ich keinen konkreten Zielfisch vor Augen hatte, jedoch wusste, dass ich vom Strand aus durchaus auch ein paar schwerere Köder zu schleudern habe, entschied ich mich für die 20-70g in 2,13 Länge. Die 243er wäre zum Uferangeln wahrscheinlich noch idealer gewesen, doch dass diese gerade vergriffen war kam mir gar nicht so ungelegen, da ich persönlich lieber kürzere Ruten fische und auch das Transportmaß so noch handlicher wurde. Die fünf Varianten der Savage Gear Roadrunner im Überblick: [table id=4 responsive=scroll /] Die Features nochmal in der Übersicht:

  • CC SIC Ringe
  • Carbon-Fiber-Blank
  • Gold-Label Rollenhalter
  • Kork / EVA Kombigriff
  • Praktische Rutentasche
  • Aktion: Fast (bei allen Modellen)
  • Teile: 4-teilig (bei allen Modellen)

Der Praxistest

Angekommen in Florida versuchte ich mich zunächst in meiner nächsten Umgebung - im Garten meiner Tante. Der Teich hat einen guten Bestand an Large-Mouth-Bass und meine Roadrunner sollte davon einige aufs Land zaubern. Zugegebenermaßen war die mit einer mächtigen Okuma Cedros (Salzwasserrolle) kombinierte Version der Roadrunner bis 70 Gramm Wurfgewicht für diesen Zweck nicht perfekt geeignet, dennoch fiel es mir mit der Rute leicht, verschiedene Köder (Spinnerbaits, kleine Wobbler, Drunk Bait) zielgenau zu werfen und verführerisch zu animieren. Man kann am anderen Ende der Welt nun mal nicht immer auf genau das Tackle zurückgreifen, dass man zu Hause aus dem Schrank genommen hätte, insofern war ich froh, dass die Rute beinahe alle Sprünge der starken Large Mouth Bass abfedern konnte und sich die Aussteigerquote absolut in Grenzen hielt.

Ein paar Tage später ging es dann zum Strand, beziehungsweise auf eine Buhne an einer Hafeneinfahrt zum Golf von Mexiko. Hierfür hatte ich die Rute eigentlich mitgenommen. Man kann von der Buhne etliche verschiedene Meeresräuber erwischen, ich hatte es vor allem auf King Mackerel abgesehen. Als ich das Tackle der anderen Angler ansah, fiel mir schon auf, dass die Amerikaner dort mit deutlich schwererem Gerät unterwegs waren. Ich baute meine Reiserute zusammen und begann, schwere Blinker ins Meer zu werfen. Trotz der vergleichsweise geringen Länge kam ich auf ansprechende Wurfweiten, doch die Königsmakrelen schienen nicht in Beißlaune zu sein. Ich wechselte von einem dicken Stahlvorfach auf Fluorocarbon, da ich wenigstens ein paar kleine Skipjacks erwischen wollte. Das stellte sich als leichte Aufgabe heraus, die Roadrunner brachte einen Fisch nach dem anderen auf die Buhne.

Dann aber folgte die ultimative Belastungsprobe: In einen Schwarm von Skipjacks, die meinen Blinker verfolgten, schoss ein massiver Redfish und schnappte sich den Köder. Die Rute bog sich bis ins Handteil und die Bremse fing an zu Kreischen. Der Fisch zog mit so viel Kraft, dass ich es kaum wagte, mit dem Drill zu beginnen. Nachdem die Schnur auf der Rolle sich dem Ende zuneigte, war jedoch klar, dass ich anfangen musste, Meter für Meter zurückzugewinnen. Ich schraubte die Bremse minimal zu und begann vorsichtig zu drillen. Immer wieder nahm der Fisch neue Anläufe zur Flucht und forderte die Rute zu Höchstleistungen heraus. Wie die Geschichte ausgegangen ist könnt ihr in einem Zusammenschnitt dieser beiden Angeltage sehen (Large Mouth Bass ab Minute 2:05 und Redfish ab Minute 8:20): ->>HIER<<-

Nachdem ich mit der Roadrunner den stärksten Fisch meines bisherigen Anglerlebens erfolgreich Drillen konnte, die Kür also schon vollbracht war, stand nun in den heimischen Gewässern das Pflichtprogramm an. Ich war gespannt, wie gut sich im Winter größere Hechtköder mit der Rute werfen lassen und testete mich hoch bis zu 3D-Line Thru Roach, die mit 80 Gramm bereits 10 Gramm über dem angegebenen Wurfgewicht liegt. Absolut kein Problem! An den großen Real Eel habe ich mich zwar nicht rangetraut, doch bis 80g kann man mit dieser Rute absolut bedenkenlos schleudern, mit der stärksten Variante in 2,43m dann vermutlich bis knapp 100 Gramm. Den größten Süßwasserfisch auf die Roadrunner fing ich allerdings geschleppt auf einen 19cm 3D-Herring Shad.Meterhecht-Schleppen-Winter

Auch für heimische Großfische ist die Roadrunner super geeignet

Fazit

  • Pro: optisch ansprechende Rute, edle Rutentasche
  • Pro: harmonische Biegekurve trotz dreier Steckverbindungen
  • Pro: Gute Wurfweiten aber auch kurze, genaue Würfe möglich
  • Pro: großes Wurfgewichtsspektrum (zumindest bei der 20-70 Gramm-Version)
  • Pro: erstaunlich hohe Belastbarkeit
  • Contra: Zeigefinger lässt sich zur besseren Bisserkennung leider nicht auf dem Blank ablegen

 

Gesamturteil: Tolle Reiserute für einen äußerst fairen Preis Falls ihr euch eine Reiserute für den Angelurlaub zulegen wollt, hoffe ich, euch mit dem Artikel eine gute Hilfestellung gegeben zu haben. Falls ihr noch nicht genau wisst, welchen Zielfisch ihr beangeln wollt, würde ich tendenziell immer etwas mehr Wurfgewicht wählen, da man so bei der Köderwahl weniger limitiert ist. Seit kurzer Zeit gibt es von Savage Gear mit der Hitchhiker übrigens eine weitere Reiserute. Super aussehen und anfühlen tut sich die definitiv auch, der Praxistest steht von meiner Seite aber noch aus!

Bis bald und Petri Geil! Toni von hechtundbarsch.de

 

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